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Großzerlang erinnert an 80. Jahrestag Bomberabsturz (08.​12.​2024)

Emotionaler Gedenkgottesdienst am 8. Dezember 2024

In Großzerlang erinnert eine Tafel an den Bomberabsturz vor 80 Jahren - Jürgen Rammelt 

 

Es war ein hochgradig emotionaler Gottesdienst und eine bewegende Zeremonie am Sonnabend in Großzerlang. Unter Beteiligung zahlreicher Einwohner aus Groß- und Kleinzerlang fand in der Kirche des Rheinsberger Ortsteiles ein Gedenkgottesdienst und im Anschluss die Enthüllung einer Gedenktafel für die vor 80 Jahren bei einem Bomberabsturz ums Leben gekommenen Besatzungsmitglieder statt. 

In der von Jann Branding in Deutsch und Englisch gehaltenen Predigt betonte der Pfarrer, das nach zwei Weltkriegen und 80 Jahren Frieden es wichtig sei, dass die Völker in Verbundenheit und Freundschaft miteinander leben. Dabei ging Branding auch auf das Schicksal der Menschen ein, dass sie als Soldaten und Zivilisten erleiden mussten. Bezugnehmend auf die aktuellen Konflikte in der Welt, sei deshalb die Aussöhnung unter den Völkern besonders wichtig.   

Ellen Smith, deren Onkel vermutlich bei dem Absturz des in Großzerlang abgestürzten Bombers ums Leben gekommen ist und die mit ihrem Mann aus den USA an dem Gottesdienst teilnahm, erinnerte an den Tod der Crew. Sie dankte den Bürgern von Groß- und Kleinzerlang, die mit dem Gedenken auch die einstigen Feinde ehren und damit einen Beitrag zur Völkerverständigung und für den Frieden leisten.

Den Höhepunkt bildete anschließend die Enthüllung einer Gedenktafel, die an den Absturz des amerikanischen Bombers und den Tod der bisher vermissten acht Besatzungsmitglieder erinnert. Die feierliche Zeremonie wurde von einem Bläserquintett des Rheinsberger Posaunenchores unter Leitung von Andreas Henschel musikalisch umrahmt, die unter anderem die europäische Hymne zu Gehör brachten. 

Thomas Zylla, neben Marianne Gens und Wilfried Tagnatz vom Heimatverein Kleinzerlang einer der Organisatoren der Veranstaltung, dankte der Gemeinde Großzerlang und der Stadt Rheinsberg für die Unterstützung bei der Realisierung des Projektes, indem neben dem Gedenkort für deutsche Soldaten jetzt auch an den Absturz des Bombers erinnert wird. Mittels eines QR-Codes können sich künftig Besucher ausführlich über den Absturz des Flugzeuges informieren.

Im Anschluss führte der Weg von Ellen und Vic Smith und einiger ausgewählter Personen zur Absturzstelle des Bombers, wo inzwischen meterhohe Bäume stehen. Laut Zylla sind die Forschungen noch nicht abschlossen. Besonders zum Schicksal der acht Vermissten gebe es noch viele offene Fragen. Ziel der US-Administration sei es, alle in den Kriegen gefallenen Armeeangehörigen in ihre Heimat zurückzuholen, wie es im Fall des einst in Großzerlang begrabenen Co-Piloten bereits erfolgte. Daher sei nicht ausgeschlossen, dass es noch weitere Suchaktionen geben wird.        

 



 

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